News  Der Mythos von Phaethon  030 54887801 | Mo. – Sa. von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

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Phaethon war der Sohn des Gottes Helios. Seine Mutter war ebenfalls göttlichen Ursprungs, wenn auch nicht so mächtig wie ihr Mann – sie war die Tochter der Meeresgöttin Thetis. Phaethon war offenbar ein sehr stolzer junger Mann, und der Stolz wird bekanntlich fallen.

Einmal sagte ein Verwandter von ihm, nachdem er sich entschieden hatte, einen Witz zu machen, dass Phaethons Vater überhaupt nicht der Gott der Sonne sei, sondern ein bloßer Sterblicher. Er hätte wissen müssen, welch großen Einfluss der dumme Witz auf die Menschheit haben würde! Der schockierte Phaethon eilte zu seiner Mutter und verlangte von ihr Erklärungen, und Clymene schickte ihn direkt zum Sonnengott, damit dieser selbst alle Zweifel zerstreuen konnte. Er wollte den verärgerten Jungen trösten und schwor, jeden seiner Wünsche zu erfüllen, um seine Fähigkeit zu beweisen. Phaethon forderte sofort seinen Vater auf, ihn in seinem goldenen Wagen fahren zu lassen, in dem der Sonnengott täglich – vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang – seine Reise in den Himmel macht und die Erde zu erhellt.

Trotz Helios Versuch, ihn zu überreden, den leichtsinnigen Wunsch abzulehnen, bestand Phaethon darauf. Der Sonnengott konnte leider nicht den Eid brechen, den er zu schnell abgelegt hatte. Da der Wagen nur einen einzigen Platz hatte, musste er seinen Sohn mit den Zügeln der Herrschaft vertraut machen. Helios versuchte natürlich, ihm viele nützliche Ratschläge und Anweisungen zu geben, aber Phaethon hat die Worte seines Vaters ignoriert. Er war so glücklich, dass sein Traum endlich in Erfüllung gegangen war.

Leider wusste der arme Junge nicht, was daraus entstehen würde. Er war nicht stark und geschickt genug, um die geflügelten Pferde zu führen; sie eilten von der Straße ab – in einem Moment hoch zu den Sternen aufsteigend, in einem anderen als Feuerwirbel über die Erde fegend. Wälder und Städte auf der Erde fingen Feuer; der Himmel war mit schwarzem Rauch bedeckt. Alle Lebewesen waren von schrecklicher Zerstörung bedroht.

Und dann schrie die Göttin der Erde Gaea laut auf:
Oh, mächtiger Zeus! Rette mich!
Als er Gaeas Flehen hörte, warf Zeus der Donnergott einen Blitz zu Phaethons Wagen und zerbrach ihn in Stücke. Die Pferde zerstreuten sich, und Phaethon hüllte sich in Flammen, schoss in den Himmel und fiel am Ufer des Eridanus nieder.

Seine Mutter Clymene und seine Schwestern Heliades, die den Körper des Jungen gefunden hatten, weinten so lange und so bitter, dass die Götter sie in Pappeln verwandelten. Aber selbst dann hat die Trauer der Töchter der Sonne nicht nachgelassen. Sie beugen sich ewig über Eridanus und tränen aus Harz tropften in die kalten Gewässer des
Flusses. Die Tropfen härten im Wasser aus und verwandeln sich in Bernstein.

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